Donnerstag, 1.10.09
Diese Woche wechseln sich gute und schlechte Tage ab. Am Dienstag nach der Arbeit war die Heimfahrt ein richtiger Genuss. Ich musste kaum auf die Trotros warten, sie haben immer genau an der richtigen Stelle gehalten, sodass ich beim Umsteigen keinen Trouble hatte und die Straßen waren nicht, wie sonst üblich, verstopft.
Da ich so früh in Lapaz angekommen war, nutzte ich die Gelegenheit um einige Dinge auf dem Markt dort zu besorgen. So habe ich eine DVD mit den Oceans und weiteren Filmen für einen Euro erstanden, außerdem Cola und Chips, weil ich mir auf dem letzten Trip leider Durchfall eingefangen hatte und ein Handtuch für meine Füße, denn die sind immer so dreckig, dass ich mein Duschhandtuch nicht zum Abtrocknen der Füße verwenden mag.
Abends habe ich dann den ersten Film der DVD gesehen, ausgiebig geduscht und geschlafen. Auch am nächsten Tag wars ähnlich. Der Durchfall war dank Perenterol fast verschwunden, allerdings habe ich an beiden Tagen auch kaum was gegessen, nur ein paar Bananen. Am Mittwochabend gabs dann auch wieder ein bisschen Reis, ich hab mich etwas einsam gefühlt, aber es war ok. Dann folgte eine unangenehme Nacht. Ich musste dreimal mit meiner Taschenlampe zum Klo, weil ich (relativ leichte) Bauchkrämpfe hatte und dass obwohl ich vorher wirklich unglaublich wenig gessen hatte.
Heute Morgen habe ich wieder komplett auf Nahrung verzichtet und auch auf meine Malariaprophylaxe (Doxycyclin, Antibiotikum). Die Fahrt zur Arbeit war schrecklich, schon nach fünf Minuten war ich dreckig und verschwitzt, in Lapaz musste ich fast 30 Min auf mein Trotro warten während ein Prediger ausgerechnet an meinem Standort seinen Verstärker mit Mikrofon aufgebaut hatte und mit viel Pathos die Menschen auf der Straße anschrie.
Hier auf der Arbeit funktioniert das Internet seit gestern überhaupt nicht mehr, ich schreibe offline und finde hoffentlich noch eine Möglichkeit ins Internet zu kommen.
Samstag solls losgehen auf den nächsten Trip. Geplant ist diesmal Cape Coast, wo wir das Castle besichtigen wollen, das einst einer der größten Sklavenumschlagsplätze war. Außerdem wollen wir den nahegelegenen Kakum Nationalpark besuchen, wo Hängebrücken durch den Urwald führen. Für den Sonntag ist dann Busua Beach geplant, der noch weiter im Westen liegt. Insgesamt ziemlich viel Fahrerei für zwei Tage und leider werden wir wohl mit dem Trotro statt Bus unterwegs sein.
Vorher möchte ich heute zu einem deutschen Arzt gehen, bei Malaria würde ich einfach in ein ghanaisches Krankenhaus gehen, aber Durchfall kann ja alles und nichts sein… Laut Reiseführer könne die deutsche Botschaft über deutsche Ärzte Auskunft geben, schade nur, dass die angegebene Nummer nicht stimmt.
…
Mittlerweile bin ich zurück von meiner Ärzte-Odysse. Da ich die Botschaft auch mit den von David herausgesuchten Nummern nicht erreichen konnte, bin ich schließlich selbst hingefahren, denn dort sollte es auch einen Arzt geben. Ich wurde sogar von einem Fahrer der Firma hingebracht, sehr bequem. Der Arzt war jedoch nicht da, aber eine Sekretärin hat mir die Adresse einer deutschsprachigen ghanaischen Ärztin gegeben. Ich bin mit einem Taxi dorthin gefahren um zu erfahren, dass auch diese Ärztin mindestens eine Woche lang nicht da ist. In der „Philip´s Clinic“ war dafür eine andere Ärztin anwesend. Ich hab etwa zwei Stunden gewartet und wurde zwischendurch in einer Ecke im Wartezimmer durchgecheckt, d.h. Fieber und Blutdruck messen und auf die Waage steigen.
Der Besuch bei der Ärztin kam mir sinnlos vor. Ich soll morgen nochmal wiederkommen und eine Stuhlprobe mitbringen, sie hat aber schon angekündigt, dass sie mir ein Antibiotikum verschreiben wird. Der Hinweis, dass ich schon Antibiotikum als Malariaprophylaxe nehme, hat auch nichts geändert. Sie wusste nicht, dass man Doxycyclin als Malariaprophylaxe verwenden kann. Mir bleibt im Grunde nichts anderes übrig als zu hoffen, dass es doch noch von alleine verschwindet.
2. Oktober 2009 um 19:23 |
Hallo Karolina,
hoffentlich ist es inzwischen von alleine verschwunden.
Ansonsten bist Du ja ganz schön unterwegs im Lande und auch Accra scheint Dir keine Orientierungsprobleme mehr zu bereiten.
Ich habe es gerade parallel auf Deinem Handy probiert, bekomme da aber leider nur eine switched off Ansage.
Landest Du nächsten Samstag in Frankfurt oder in Hamburg?
Kalle
2. Oktober 2009 um 20:54 |
Frankfurt
3. Oktober 2009 um 10:08 |
Hallo, liebe Karolina,
wünschen dir viele große Eindrücke auf deinem Wochenendtrip und eine gesunde Heimkehr zunächst nach Accra und dann nach Bremen!
Hast du kein Imodium mitgenommen? Wenn deine Diarrhoe wieder auftaucht, wäre das ein hoch wirksames Mittel. Perenterol hilft eigentlich nur bei dezenten Erkrankungen dieser Art. Deine Elektrolyte solltest du auch im Auge behalten – also salzhaltig essen und auch Zucker zu dir nehmen. Gibt es etwas Cola-Ähnliches?
Wie immer mit halbmedizinischen Ratschlägen unterwegs (:-
Barbara
4. Oktober 2009 um 21:53 |
Karolina hat mir gerade mitgeteilt, dass sie wieder in Accra ist und dass der Trip gut organisiert war und Spaß gemacht hat.
Die letzte Ghanawoche wird bestimmt auch gut, ich wünsche es dir, liebe Karolina!
5. Oktober 2009 um 10:54 |
Trotz Cola und Salzstangen habe ich immer noch Magenprobleme, aber es ist nicht so schlimm. Imodium habe ich leider nicht.
Am Sonntag lande ich in Frankfurt, das Zugticket nach Bremen ist inklusive.